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Archiv für April 2010

Warum ich Kunstprojekte mit Kindern an Förderschulen mache

Mittwoch, 21. April 2010

Heute traf ich im Flur der schule einen kleinen Knirps, der noch Überreste eines blauen Auges aufwies. Ich fragte ihn erschrocken, sag mal, was ist denn los? Er schaute mich an und meinte, ich bin sauer. Als ich ihn fragte warum, sagte er, weil er Zähne putzen müsse. Nach einem kleinen Exkurs zum Thema Zähneputzen, lenkte er ein (na gut). Ich habe mich nicht nach dem Auge zu fragen getraut. Eines kriegt man jedenfalls mit, das Leben ist kein Zuckerschlecken für Kinder. Als Schwächste der Gesellschaft sind sie Allem ausgesetzt. Gewalt, Armut (ob das zusammenhängt?!) nehmen zu. Besonders Kinder sind betroffen. Keine ausreichende und gesunde Ernährung, kein Geld für Freizeit, Bildung, Kultur, Sport. Das ist himmelschreiend. Die Kinder müssen es hinnehmen, ertragen es. Es ist Kinderalltag. Dieser Missbrauch wird nicht thematisiert. Wenn ich die kleinen Wesen sehe, dann hoffe ich, dass sie in meinen Projekten für eine kleine Weile Spaß haben, sich ausprobieren können. Die Kinder leben im Moment und es ist schön ihnen dabei zu zuschauen. Und ich bin gerne mit ihnen zusammen und entdecke mit ihnen die Welt neu. Ich finde,  wir müssten viel mehr für Kinder tun, für ihre Bildung und ihre Umwelt. Für mich besteht ein Teil meiner künstlerischen Arbeit darin, Aspekte der Kunst weiterzugeben (wie auch, sich politisch für eine Alternative zu engagieren). Für mich ist Kunst etwas sehr lebenspraktisches und lebensnotwendiges. (weiterlesen…)

„In freier Wildbahn.“

Sonntag, 18. April 2010

Performance und Installation zum Thema Tiere und Natur an der Wiesengrund-Schule, Förderschule, gefördert vom Kunstamt Reinickendorf im Rahmen des Berliner Projektfonds kulturelle Bildung.

Die Wiesengrund-Schule wird von Schüler/innen besucht, die unterschiedliche psychosoziale Störungen und Erkrankungen aufweisen. Im Projekt geht es darum, über die Betrachtung von Tieren, sich mit „Natur“ auseinanderzusetzen. Die magische Natur und Naturbeherrschung begleiten die menschliche Geschichte schon seit Urzeiten, nicht zuletzt erscheinen „Großstadt“ und „Dschungel“ manchmal als Synonyme. „Natur“ und „Zivilisation“ sind ein miteinander verbundenes Begriffspaar und ein zentraler Diskussionsgegenstand in der Philosophie und Kulturkritik (z. B. Siegmund Freud, Das Unbehagen in der Kultur (Aggression, Triebunterdrückung); Claude Lévi-Strauss, „Traurige Tropen“ und „Das wilde Denken“ (im Vergleich mit nicht-europäischen Völkern)). In den letzten Jahrzehnten ist die durch den Menschen bedrohte Natur zunehmend ins Bewusstsein gerückt und das „Umwelt-Bewusstsein“ ein wichtiger Aspekt des menschlichen Handelns. Das Spannungsverhältnis Natur und Kultur bietet sich an, um mit Kindern, die besonders mit gesellschaftlichen Problemen und Fragestellungen konfrontiert sind, eine Auseinandersetzung hierüber zu ermöglichen und helfen, im besten Fall für sich einen Lösungsansatz (im Sinne von Auflösen) zu finden. (weiterlesen…)